Angst, Liebe oder Hoffnung? Warum wir an Beziehungen festhalten (Radiosendung)

Haben Sie auch schon mal an einer Beziehung festgehalten, die eigentlich keine Basis mehr hatte? Die Erfahrung, sich nicht lösen zu können, obwohl uns die Beziehung ganz und gar nicht mehr gut tut, kennen viele Menschen. Und es gibt unterschiedliche Gründe dafür. Besonders Frauen sind meiner Erfahrung nach Meisterinnen darin. Mehr dazu in diesem Mini-Podcast.


Warum wir an Beziehungen festhalten
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Oft ist es Hoffnung, die Paarbeziehungen zusammenhält – Hoffnung, dass es irgendwann wieder so werden wird wie am Anfang. Dass er oder sie sich doch noch ändert, mich so liebt, wie ich es mir wünsche. Unbegründete Hoffnung kann sich dabei gegen Jahrzehnte trauriger Realität durchsetzen. Es ist manchmal so, wie auf ein Wunder zu warten, dass nie passiert.

Ein geringes Selbstvertrauen spielt dabei auch oft eine große Rolle, und damit einhergehend Angst. Manche Menschen trauen sich nicht zu, allein neu anzufangen, sich eine Wohnung zu suchen, finanziell nur auf sich gestellt zu sein. Sie reden sich ein: Das hier ist immer noch besser, als sich zu trennen. Er oder sie mag manchmal nicht nett zu mir sein, aber er hilft im Haushalt, ist gut zu den Kindern, so schlecht ist er doch gar nicht, ich sollte dankbar für das sein, was ich habe. Immerhin bin ich nicht allein.

In der Paarberatung lerne ich nicht selten Paare kennen, die eigentlich nur noch die Umstände zusammenhalten und manchmal auch die gegenseitige Ablehnung, die durch sarkastische Bemerkungen, respektlosen Umgangston oder sprachlose Verdammung zum Ausdruck kommt.

Diese Menschen leben die Beziehung eigentlich kaum noch, sie befinden sich im Überlebensmodus. Man hält das Ganze irgendwie aus und befindet sich im Resignationsmodus.

Was verbindet Sie noch, frage ich dann und höre: das Haus, die Kinder, alles, was wir zusammen erlebt haben. Das sind gewichtige Gründe, ohne Frage. Man ist ein eingespieltes Team. Es funktioniert im Alltag meist noch recht gut, auch wenn man sich als  Mensch vollkommen aus den Augen verloren hat. Aber reicht das, um zusammen glücklich zu sein? Und welches Bild von Beziehung bringt man damit eigentlich seinen Kindern bei?

Ich glaube, wenn die Gefühle zueinander erloschen sind, wenn emotionale Nähe verschwunden ist und man sich gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe schiebt, sich abwertet oder kleinmacht- dann sollte man sich seinen eigenen Wahrheiten über den tatsächlichen Zustand der Beziehung stellen.

Das könnten erste Fragen sein:

  • Bin ich aus Angst, aus Liebe oder aus Hoffnung in dieser Beziehung? 
  • Wann waren wir das letzte Mal zusammen als Paar glücklich?
  • Was von dem, was mir in einer Beziehung wichtig ist, können wir eigentlich zusammen wirklich leben?
  • Fühle ich mich geliebt und wertgeschätzt?

Die Antwort auf solche Fragen kann schmerzhaft sein. Professionelle Unterstützung etwa in einer Paarberatung kann dabei helfen herauszufinden, wie es um die gemeinsame Basis der Beziehung bestellt ist und ob es sich lohnt daran zu arbeiten. Es hilft oft schon, wenn einer von beiden sich traut, sich seinen Problemen zu stellen. Und wer weiß, vielleicht ist ja doch noch etwas Positiv verbindendes unter dem Berg von Vorwürfen vergraben…

Das wünsche ich Ihnen von Herzen, Ihr Claudia Bechert-Möckel



 

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Ein gelungener Podcast
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