Wiederholungszwang- wie unsere Vergangenheit in unsere Gegenwart hineinwirkt (Radiosendung)

Wieso stecken wir in Beziehungen fest, von denen wir wissen, dass sie uns nicht gut tun? Warum beenden wir Freundschaften nicht, obwohl sie uns viel zu viel Kraft kosten? Warum lassen wir zu, dass wir verletzt werden, ohne auf unser Grenzen zu achten? Einer der Gründe ist der sogenannte Wiederholungszwang. Mehr dazu in diesem Mini-Podcast.


Wiederholungszwang
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„Niemals wollte ich so werden, wie meine Mutter!“, sagt meine Klientin und weint. „Und jetzt geht es mir genauso wie ihr. Ich verhungere in einer emotional kalten Beziehung zu einem Mann, der mich lieblos behandelt und kann mich dennoch nicht aus dieser Beziehung lösen. Genauso war es auch in der Beziehung davor! Wieso mache ich das?“

 

Unsere Vergangenheit und deren Erfahrungen beeinflussen unser Leben viel stärker, als viele das annehmen. Das gilt für die Art, wie wir mit bestimmten Situationen umgehen oder wie wir darauf reagieren, was andere Leute sagen.

 

Auch und besonders in Beziehungen wiederholen Menschen manchmal mehr oder weniger unbewusst bestimmte Verhaltensweisen, die Ihnen bereits bekannt vorkommen. Unser Nervensystem setzt auf Bewährtes und Gewohntes, weil es auf Sicherheit aus ist. Auch wenn sich Beziehungssituationen und Paarkonstellationen schlecht für uns anfühlen, kann es aus Sicht des Nervensystems Sinn machen diese Umstände zu wiederholen. Einfach deshalb, weil wir uns damit auskennen, also schon Erfahrung damit haben.

In der Psychologie nennt man das Wiederholungszwang, dessen Funktion auch darin bestehen könnte, eine einmal als ungünstige Erfahrung abgespeicherte Situation nachträglich doch noch gut zu machen oder zu lösen. Das passiert nicht selten auch ohne eine bewusst gewählte Absicht.

 

Der Wiederholungszwang mit seinen oft ungünstigen Auswirkungen hat vor allem mit Blick auf unsere Herkunftsfamilien Sinn.

 

So suchen Menschen sehr oft unbewusst nach Beziehungskonstellationen, die sie aus ihrer Herkunftsfamilie kennen, die Ihnen also vertraut sind: So erlebt möglicherweise die Geliebte in der Beziehung zu einem verheirateten Mann ihre Beziehung zum Vater wieder oder eine andere Person will sich mit Hilfe eines Geliebten von der engen Beziehung zur Mutter lösen.

Aber auch ein ungleiches Kräfteverhältnis in der Beziehung, ein emotional kühles Beziehungsklima, oder auch Sucht und andere Themen aus der eigenen Prägungsphase können dazu führen, dass man sich irgendwann selbst in einer solche ungünstigen Beziehungskonstellation wiederfindet.

Zum Glück muss das nicht so bleiben. Wir können unsere Beziehungsmuster verändern und gelingende Beziehungskonstellationen gestalten, wenn wir verstehen WARUM wir uns in schwierige Beziehungskonstellationen und aussichtslose Partnerschaften verstricken. Das gilt auch für das Phänomen des Wiederholungszwangs. Eine Paarberatung kann dafür hilfreich sein.

Der erste Schritt jeder Veränderung ist dabei auch hier das Bewusstwerden der eigenen Denk-, Gefühls-, und Verhaltensmuster.

Das wünsche ich Ihnen. Herzlichst Ihre Claudia Bechert- Möckel

 


 

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