Dein „Böses Ich“ und seine Folgen- der wahre Grund für die meisten Probleme unseres Lebens sind die Fake-News unseres Selbst (Podcast)

Hast Du auch schon einmal Bekanntschaft gemacht mit Deinem inneren Mitbewohner, dem „Bösen Ich“? Wir alle haben ihn, diesen inneren Anteil, der uns manchmal einschüchtert, uns kleinmacht, uns den Mut raubt, der uns Ängste und Zweifel einflüstert und uns sagt, dass wir nicht gut genug, nicht wichtig, oder nicht liebenswert seien. Wenn wir dem „bösen Ich“ glauben, wenn wir anfangen uns mit diesen vernichtenden Urteilen über uns zu identifizieren, hindert uns dieses negative Selbstbild daran, unser wahres Selbst zu leben und mit uns und unserem Leben zufrieden und glücklich zu sein. Wir stehen uns dann quasi selbst im Wege. In diesem Artikel erfährst Du, was es wirklich mit Deinem „Bösen Ich“ auf sich hat und wie diese selbstabwertende innere Identität entsteht. Du wirst lernen,  die abwertenden Urteile des „Bösen Ich“ als Fake News zu enttarnen, die wirkliche Absicht des „Bösen Ichs“ zu verstehen, das eigentlich so böse gar nicht sein will- und das Beste: Du kannst lernen, Dich vom einengenden, hinderlichen Einfluss Deines „Bösen Ichs“ zu befreien. Indem Du Dein wahres Ich entdeckst und ihm mehr Kraft und Einfluss verleihst, kannst Du Deine Ansichten über Dich zu wandeln, um das zu leben, was Du wirklich bist: einzigartig, wunderbar und überaus machtvoll. Den Podcast zum Artikel findest Du hier.


Negative Glaubenssätze

Foto: Moritz Bechert

Wie Du Bekanntschaft machst mit Deinem “Bösen Ich”, oder: Die schlechtere Hälfte Deines Selbst

„Wir erleben die Welt nicht wie Sie ist, wir erleben die Welt wie wir sind.“ Wahrscheinlich hast Du diesen Satz auch schon einmal gehört und kurz innegehalten. Doch die wirkliche Bedeutung dieses Satzes entfaltet sich erst, wenn wir das Prinzip unserer inneren Wahrnehmung wirklich verstehen und erfassen können.

Wie unsere Wahrnehmung funktioniert

Das, was wir über uns selbst, die Welt und die anderen im tiefsten Inneren denken, also auf  welchen bewussten und unbewussten Grundannahmen unser Leben basiert- das bestimmt darüber welches Bild wir vom Leben haben und damit wie wir die uns umgebende Realität erleben.

Unsere Grundannahmen darüber wie wir sind, wie das Leben funktioniert und was wir von anderen zu erwarten haben funktionieren wie ein Filter, der sich zwischen uns und die tatsächliche Realität schiebt.

Diese Filter lassen nur das zu uns nach innen vordringen, was zu unseren Grundannahmen passt. So erhalten wir eine Bestätigung für unsere innere Grundhaltung durch die Realität und das verfestigt unsere Grundannahmen. Wir erleben, was wir darüber glauben und glauben, was wir erleben. Ein Kreislauf entsteht.

Wenn Du zum Beispiel ein eher misstrauischer Mensch bist und im Tiefsten Inneren glaubst, dass man von den meisten Menschen nichts Gutes erwarten kann, dann färbt diese Grundannahme alles ein, was Du von der Dich umgebenden Welt wahrnimmst.

Du schaust in die Zeitung und Deine Wahrnehmung lenkt Deine Aufmerksamkeit vor allem auf das, was Deine Grundannahme des Misstrauens stützt. Du siehst vor allem die Nachrichten, die mit Betrug, Missgunst und Gewalt zu tun haben. Du schaust die Nachrichten, da ist es wieder: nur Mord und Totschlag in der Welt, Apokalypse! Das hast Du doch schon immer gewusst. Du gehst auf die Straße, was fällt Dir auf? Sind da nicht überall unfreundliche, egoistische Menschen? Eine schreckliche Welt, man muss sich vorsehen! Dann wird Dir zu allem Überdruss noch Deine Geldbörse geklaut. Na, wenn das nicht der ultimative Beweis ist: überall sind Menschen, die einem nichts Gutes wollen!

Und nun stell Dir einen Menschen vor, der im tiefsten Inneren davon ausgeht, dass die Menschen grundsätzlich okay und hilfsbereit sind, abgesehen von ein paar Ausnahmen. Du schaust in die Zeitung, Du siehst auch die negativen Schlagzeilen, aber Deine Wahrnehmung richtet Deine Aufmerksamkeit auch auf das, was gut und hoffnungsvoll ist.

Du siehst Nachrichten und neben den Meldungen von Not und Elend in der Welt fallen Dir auch die Verbesserungen und die Veränderungen auf, die Menschen auf den Weg bringen. Du gehst auf die Straße und siehst größtenteils Menschen mit offenen, freundlichen Gesichtern. Du erlebst, was Du im Grunde Deines Herzens darüber glaubst, Deine Wahrnehmung sucht dann die Aspekte der Realität dazu heraus, die dazu passen. Alles andere wird herausgefiltert oder in den Hintergrund gedrängt. Und auch Dir wird Deine Brieftasche geklaut und Du ärgerst Dich über den, der Dir das angetan hat. Aber Du gehst von einer Ausnahme aus. Dein grundsätzliches Bild über die Menschen bleibt „Im Grunde gut!“.

Kennst Du schon den “Leben-Lieben-Lassen”-Podcast auf Apple Podcasts und Spotify?

Dieses kleine Gedankenexperiment zeigt die unglaublich wirkmächtige Kraft unseres inneren Glaubenssystems. Nun stell Dir einmal vor, dass das was Du über Dich denkst, z.B. „Ich bin nicht gut genug!“ zwar ein Glaubenssatz ist den Du für wahr hältst, aber vielleicht gar nicht die Wahrheit beinhaltet, sondern eine Lüge und Du weißt das gar nicht? Was glaubst Du, was passiert?

Richtig! Dann bestätigt Deine Wahrnehmung Dir eine „falsche Realität“ und die wiederum sorgt dafür, dass sich Dein negatives Selbstbild so verfestigt, dass Du ganz und gar damit identifiziert und verschmolzen bist. Das ist das, was ich als Dein „Böses Ich“ verstehe.

 

 

Jeder von uns hat so einen fiesen inneren Mitbewohner, der uns kleinmachende, einschüchternde und abwertende Urteile über uns, die Welt und die anderen einflüstert und uns daran hindert, die zu sein, die wir wirklich sein wollen und unser Leben aus der Fülle zu leben.

Wenn wir dem „Bösen Ich“ glauben schenken, wenn wir uns damit identifizieren und verschmelzen, dann glauben wir das zu sein was uns als Wahrheit über uns beigebracht wurde. Dabei sind es Fake News! Lügengeschichten, Konstruktionen und Zuschreibungen, die nicht real sind. Wahr werden sie erst, wenn wir sie erst glauben und dann damit verschmelzen. So wird das „Böse Ich“ zu unserer Identität.

Und das ist das Problem aller Probleme. Deshalb liegt es mir sehr am Herzen, dass Du erkennst wer Du wirklich, wirklich bist und wie Du lernen kannst Dich von Deinem negativen Selbstbild und den daraus resultierenden schmerzhaften Gefühlen und selbstablehnenden Verhaltensmustern zu befreien.

Denn die bewussten und unbewussten negativen Einstellungen über uns selbst, erzeugen belastende und schmerzhafte Gefühle. Bleiben wir bei „Ich bin nicht gut genug!“ Wenn das in uns verankert ist, werden wir uns wahrscheinlich mit Gefühlen wie Kleinheit, Scham, Schuld, Enttäuschung oder Angst abgelehnt zu werden herumschlagen.

Da diese Gefühle schwer zu ertragen sind, wollen wir sie natürlich möglichst vermeiden. Also entwickeln wir sogenannte Schutzstrategien, Verhaltensmuster die uns vor den schrecklichen Gefühlen schützen. Im Falle der inneren Haltung „Ich bin nicht gut genug!“ könnte es sein, dass wir uns nichts zutrauen, nichts Neues wagen, uns nicht offen zeigen können und vieles mehr. Wir werden also ein Leben aus der Vermeidung führen, anstatt aus der Fülle.

Der Zusammenhang zwischen innerer Einstellung, also Gedankenmustern, Gefühlen und Verhalten ist im Grunde wie ein Kreislauf, der sich immer wieder selbst erneuert.

Denn wenn wir uns vorsichtig zurückziehen und uns schützen, schöpfen wir unser Potenzial nicht aus. Dann schauen wir vielleicht neidvoll auf die anderen, denen scheinbar so vieles gelingt. Und welche Grundannahme bestätigt sich dann? Richtig! „Ich bin nicht gut genug!“ Ein Teufelskreis.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht! Denn der Kreislauf funktioniert genauso gut andersherum. Wenn wir unsere inneren Annahmen so verändern, dass wir ein positives Selbstbild entwickeln, beeinflusst das nach dem gleichen Prinzip unsere Gefühle und unser Verhalten, was wiederum unsere positiven Grundannahmen verstärkt.

Der Gegenspieler unseres „Bösen Ichs“ ist unser „Wahres Selbst“, unser einmaliger Wesenskern, die beste Ausgabe von dem, was wir sein können. Sich mit diesem wieder neu zu verbinden und zur eigenen Identität zu machen kann unser ganzes Leben verändern und es macht mich sehr, sehr glücklich wenn dieser Prozess in der Zusammenarbeit mit meinen Klienten in Gang kommt.

Der erste Schritt auf diesem Weg allerdings ist, das „Böse Ich“ und seine Fake-News zu enttarnen und sich davon zu distanzieren. Das „Böse Ich“ ist nicht, wer wir sind- egal wie lange in unserem Leben wir daran geglaubt haben.

Das „Böse Ich“ ist etwas, das wir haben- es ist nicht was wir sind!

 

Innerer Kritiker, Schatten oder Falsches Selbst

Das „Böse Ich“ hat viele Namen, je nach psychologischem Modell. Am besten Du verwendest einen, der für Dich am besten passt um Dein erlerntes negatives Selbstbild zu beschreiben. Hinter dem Namen „Innerer Kritiker“ versteckt es sich genauso wie hinter dem Begriff „Falsches Selbst“ oder „Schein-Ich“. In der Arbeit mit dem inneren Kind ist es der Aspekt des verletzten inneren Kindes“, dass die selbstabwertenden inneren Einstellungen, Gefühle und Schutzstrategien trägt.

C.G. Jung sprach von unserem Schatten und meinte damit unsere dunkle, destruktive und zerstörerische Seite, die wir alle in uns haben, genau wie das Licht. Der Schatten ist ein Teil von uns, der integriert werden will und dessen Kraft wir für uns nutzen können. Aber wenn wir ihm die alleinige Führung überlassen, wird unser Leben vermeidend, reduziert und selbstdestruktiv.

Ich finde dieses Bild ganz wunderbar, um die Macht des „Bösen Ichs“ zu beschreiben. Seine negativen Urteile und Annahmen wirken wie eine Nebelwand, die sich zwischen uns und die Realität schiebt. Der dunkle Nebel wirft schreckliche Schatten auf die Realität, wir nehmen Sie also dunkel und verzerrt wahr und halten dieses Bild für real. Wir fühlen uns mit dem Schatten verbunden und vergessen, wer wir wirklich sind: strahlend, einzigartig und unglaublich mächtig.

 

Wie entsteht dieses negative innere Selbstbild und warum identifizieren wir uns mit dem “Bösen Ich”?

Eine spannende Frage, deren Ursprung wie so vieles in unserem Leben in unseren ersten Lebensjahren, also in unserer Prägungsphase zu suchen ist. Wenn wir auf die Welt kommen, haben wir noch kein gedankliches Konzept darüber, wer und wie wir sind, wie die Welt ist und wer die anderen und wie man es in dieser Welt macht, um dazuzugehören und ein Teil davon zu sein. Diese innere Konstruktion entsteht hauptsächlich aufgrund von Erfahrungen, die wir in unseren ersten Lebensjahren machen. Da wird sozusagen der Grundstein für unser späteres Selbstbild gelegt.

Es gibt drei Quellen für die Erfahrungen, die zu unserem inneren Konzept werden.

  1. Wie verhalten sich die wichtigsten Bezugspersonen zu uns? Sind diese liebevoll und zugewandt, verfügbar und unterstützend? Dann wird ein Kind sich angenommen, geliebt, sicher und okay fühlen können. Denn das ist, was ihm gespiegelt wird. Oder aber sind die wichtigsten Bezugspersonen emotional wenig zugänglich, abgewandt, oder einfach nur überfordert oder viel beschäftigt? Sind diese vielleicht sogar ablehnend, verurteilend oder übergriffig? Dann wird das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit dieses Verhalten auf sich beziehen und anfangen, sich schlecht zu finden, nicht liebenswert, nicht okay. Es sind also neben der Botschaft, die im Verhalten der wichtigsten Bezugspersonen steckt auch die kindlichen Rückschlüsse auf das Verhalten der Bezugspersonen, die entscheidend auf unser inneres Konzept Einfluss nehmen. So kann auch eine übergroße Vorsicht von Eltern, die aus Liebe handeln beim Kind als Einschränkung, Verbot oder Mangel an Zutrauen ankommen. Gut gemeint, ist damit manchmal das Gegenteil von Gut.
  1. Die zweite Quelle unseres inneren Konzeptes ist alles, was uns gesagt wird. Sämtliche Zuschreibungen, Urteile und Diagnosen, die wir in unserer Kindheit bekommen haben, werden von uns aufgenommen wie ein Schwamm. Manchmal bekomme ich Gänsehaut, wenn ich Klienten solche Sätze sagen höre: „Du bist genauso dumm und schlecht wie Dein Vater, der uns verlassen hat!“. „Du bist mein Sargnagel!“ oder „Du machst mir nichts als Sorgen!“. Und noch schlimmer „Wenn ich Dich nur nie bekommen hätte!“ Die zerstörerische Macht dieser Worte merkt man daran, wie der Schmerz sich auf den Gesichtern von Menschen ausbreitet, die diesen Satz auch 30 Jahre nachdem er sie vernichtend getroffen hat, immer noch verfolgt. Jeder von uns kennt solche Sätze, die sich in unser Selbstbild eingebrannt und eingeätzt haben. Auch wenn wir wissen, dass die Eltern oder Lehrer das vielleicht gar nicht so gemeint haben, tun sie heute immer noch genauso weh. Einer meiner Vernichtungssätze lautet „Dazu bist Du einfach zu dumm!“. Wie ein Keulenschlag spüre ich den Schmerz dieses Urteils meines Vaters. Noch viel schlimmer allerdings ist die Tatsache, dass ich das als Kind geglaubt habe. Denn das ist das eigentliche Problem: was die Großen sagen, nehmen wir als Wahrheit über uns in uns auf und machen es zum Teil unseres Selbstbildes. Das ist ein Baustein des „Bösen Ichs“.
  2. Als Kind lernen wir durch Beobachtung und am Beispiel. Auf welchen Grundannahmen das Leben unserer Eltern basiert, wird in unser eigenes gedankliches Konzept über uns, die Welt und die anderen integriert. Weder hinterfragen wir die Lebensregeln unserer Eltern, noch können wir uns als kleines Kind davon distanzieren. Wir atmen somit die Werte und Annahmen unserer Eltern ein und speichern sie als Wahrheit ab, auch wenn diese falsch und schädlich sind. Im späteren Teil dieses Podcastes/Artikels werden wir ein paar davon enttarnen. Du wirst staunen!

 

Noch genauer kannst Du die Entstehung unseres inneren Glaubenssystems auch im Artikel zum „Inneren Kind“ nachlesen. Da bin ich noch etwas intensiver darauf eingegangen.

 

Zusammenfassung:

Das „Böse Ich“ ist eine gedankliche innere Konstruktion, eine Annahme darüber wer wir sind, wie die Welt ist und wie das Leben funktioniert. So entsteht in uns eine Identifikation mit einem Glaubenssystem, das auf Erlerntem, Erfahrenem kindlichen Rückschlüssen basiert. So kann eine Art negatives „Schein-Ich“ entstehen, dass wir für unser Selbst halten und auf dessen Grundlage wir unsere Leben gestalten. So vergessen wir im schlimmsten Falle wer wir wirklich sind und werden, wer wir gelernt haben zu sein. So entfernen wir uns von uns selbst und schöpfen nicht aus unseren individuellen Möglichkeiten. Stattdessen beschäftigen wir uns mit der Abwehr negativer Gefühle und kompensieren unseren Schmerz.

 

Übrigens ist das auch einer der Gründe, warum Alkohol oder Drogen vorübergehend befreiend wirken können. Für eine Weile kann man sich so von seinem schmerzhaften Selbstbild und dessen Folgen lösen, die harten inneren Urteile werden abgemildert, der Schmerz lässt nach und unser Verhalten wird freier und lockerer. Das kann zur Sucht werden, deshalb gibt es zum Glück auch andere, gelingende Wege sich vom „Bösen Ich“ zu befreien. Auf die werde ich gleich eingehen. Vorher will ich aber noch eine Frage beantworten, die ich Dich schon fragen hören:

 

Was will das “Böse Ich” von mir? Warum habe ich so einen inneren Plagegeist? Wo ist der Sinn?

Wahrscheinlich hast Du es Dir schon gedacht. Das „Böse Ich“ ist eigentlich gar nicht so böse. Seine Absicht war einstmals sogar eine gute, auch wenn das seltsam klingt. In der Zeit der Entstehung hat uns dieses Selbst- und Weltbild geholfen, uns bestmöglich an unsere Umgebung anzupassen und alles was wir erleben so gut als möglich zu bewältigen. Es kann für ein Kind einfacher sein ein schlechtes Bild über sich selbst zu haben als über die Eltern, von denen es abhängt.

Heute will uns das „Böse Ich“ immer noch retten, dabei sind wir längst groß und es steht uns im Wege. Deshalb ist es sinnvoll zu handeln und ihm den Staffelstab aus der Hand zu nehmen.

Und wer könnte das besser, als ein Gegenspieler, so eine Art innerer Fürsprecher?

 

Der Gegenspieler des “Bösen Ich” ist Dein “Wahres Selbst”, Dein Wesenskern, oder: Wer Du wirklich, wirklich bist und immer schon warst.

Jetzt kommen wir zu dem Teil, den ich in der Arbeit mit Klienten immer am meisten liebe: die Entdeckung des „WAHREN SELBST“.

„Du bist ein leuchtender Stern, von Geburt an!“. Dieser Satz stammt vom Psychotherapeuten und Autor Jens Corssen, und ich liebe seine Botschaft, die besagt: „Du bist wunderbar, einfach weil Du da bist, Du bist liebenswert, einmalig, grundsätzlich okay- so wie Du bist!“

Was für eine wunderbare Message! Und wenn es dabei vielleicht noch(!) in Dir ruft:“ Das wäre schön, auf mich trifft das aber ganz bestimmt nicht zu!“, dann lade ich Dich dazu ein, Deinen wunderbaren Wesenskern einmal etwas näher kennenzulernen.

Stell Dir Dich selbst einmal als kleines Baby vor, als Du auf die Welt gekommen bist. Du warst ein einzigartiges Wesen, dass es so nicht noch ein einziges Mal auf der Welt gibt.

Du warst da schon die oder der Gleiche wie heute und doch eine ganz andere Ausgabe von Dir selbst. Aber Dein Sein, das was sich nie ändert, das war auch damals schon vorhanden. Wie in einem Samenkorn war alles in Dir als Möglichkeit angelegt, was Du hättest werden können in seiner einmaligen Ausgabe, die nur Du sein kannst- wunderbar und grundsätzlich okay und liebenswert, einfach weil Du da bist.

Als kleines Kind wissen wir das noch und gehen freudestrahlend auf alles zu, sind offen, sind voller Liebe und Neugier. Wir wollen uns in das Leben hineinentfalten und all das ausprobieren, was an Möglichkeit in uns angelegt ist. Und wenn alles gutgehen würde, dann würden wir unser wundervolles strahlendes Selbst in all seinen Facetten zur Ausprägung bringen. Allerdings passiert den meisten von uns zwischendurch etwas, wie die wunderbare Vera Birkenbihl sagte: „Erziehung“ und „Prägung“.

Wie schon beschrieben lernen wir in mehr oder weniger starkem Ausmaß, dass wir nicht gut sind, wie wir sind- durch Spiegelung, Prägung oder Übertragung. Von da an bekommt das „Böse Ich“ Macht über uns, wir glauben so zu sein, wie es uns gesagt wird.

Die Spirale von Schmerz und Vermeidungsverhalten setzt sich in Gang, wir entfernen uns von unserem „Wahren Selbst“, sehen die Welt durch den Schatten der negativen Annahmen und bleiben hinter unseren Möglichkeiten.

Stattdessen passen wir uns an, wollen perfekt und geliebt sein und verstecken unsere Kleinheitsgefühle und unseren Schmerz, die Schuld nicht richtig zu sein und die Scham, dass wir so ungenügend sind. Mal ehrlich, wie viele Menschen kennst Du, die damit beschäftigt sind ein „Schein-Ich“ hervorzukehren, damit niemand sieht, wie schlecht es ihnen hinter der Fassade geht? Das ist Schmerzvermeidung.

Ich wünschte manchmal, meine Klienten könnten sich mal mit meinen Augen sehen. Ich arbeite sehr oft mit Menschen, die ganz und gar wunderbar sind, wunderschön, erfolgreich in ihren Jobs, klug und geistreich. Von außen kann man das sehen, aber sie selbst sehen ein anderes Bild von sich. Ihr „Böses Ich“ lässt sie das nicht erkennen. Sie sehen in sich eine Ansammlung von Fehlern und Unzulänglichkeiten. Ihr „Mängelzoom“, wie die Psychologin und Autorin Stefanie Stahl das nennt wird durch Ihr negatives Zerrbild angefeuert. Sie sind vollkommen identifiziert mit ihrer Selbstablehnung und geben sich umso mehr Mühe, perfekt zu erscheinen. Was für eine Quälerei!

 

Wie Du lernen kannst, die alten Identifikationen auszulösen, um die beste Ausgabe Deiner Selbst zu werden- Übungen und Anleitungen

Stell Dir vor, jemand macht Dir ein unerwartetes Kompliment:“ Vielen herzlichen Dank für Deine Hilfe! Du bist wirklich ein ganz besonders herzlicher, empathischer und wunderbarer Mensch. Danke, dass es Dich gibt!“

Na, ganz ehrlich? Was wäre Deine erste innere Reaktion? Würde Dein Herz hüpfen, würde es JA in Dir sagen, könntest Du das Kompliment annehmen und mit einem Leuchten in den Augen beantworten? Oder wärst Du innerlich erschrocken, und äußerlich überfordert? Würde es in Dir denken: „Hilfe, sie oder er muss sich irren! Ich doch nicht! Wenn sie mich wirklich kennen würden…!“

Ich sag es Dir ganz ehrlich, früher bin ich aus solchen Situationen geflohen, es war mir mega -peinlich und innen hat es „NEIN!“ und „HILFE!“ gerufen. Ein deutliches Zeichen der Identifizierung mit dem „Bösen Ich“, die ich inzwischen weitestgehend überwunden habe.

Solche Situationen sind ein guter Hinweisgeber auf Dein inneres Selbst- und Weltbild. In diesen Momenten kannst Du Dich ertappen, Du siehst praktisch das „Böse Ich“ bei der Arbeit.

 

Vier Schritte, um sich vom “Bösen Ich” lösen zu lernen und Dein “Wahres Selbst zu entdecken

Schritt 1) Beobachte Deine Gedanken und Reaktionen. Wechsle auf die Beobachterperspektive und ertappe Dich bei Deinen selbstablehnenden Gedanken. Erkunde in den verschiedensten Situationen die hinter den negativen Gefühlen verborgene innere Haltungen des „Bösen Ichs“ und notiere sie. Tue so, als wärst Du eine Forscherin oder ein Forscher. „Aha“, da ist wieder so ein selbstabwertender Gedanke, „Jetzt hab ich Dich!“, könnte die Haltung dazu sein.

Beispiel: Eine Freundin meldet sich nicht mehr, obwohl Du schon dreimal angerufen hast. Dein Gefühl ist, dass Du nun spürst ist vielleicht Trauer und Enttäuschung oder auch Wut oder Angst.

Welcher Gedanke, welche innere Haltung verbirgt sich hinter dem Gefühl? Was bedeutet es für Dich, dass Sie sich nicht meldet? Vielleicht denkt es automatisch in Dir: „Sie will nichts mehr mit mir zu tun haben!“, oder „Sie ist mir böse!“. Und wenn Du das glaubst, was sagt es über Dich aus? Jetzt kommst Du der Botschaft des „Bösen Ichs“ auf die Spur, die lauten könnte: „Ich bin nicht wichtig!“, oder „Ich werde allein gelassen!“ oder auch „Ich bin nicht liebenswert oder gut genug!“

Das ist der wahre Grund, warum Du leidest. Du reagierst nicht auf das wirkliche Verhalten Deiner Freundin, sondern auf Deine Bewertung der Situation und was das über Dich aussagt. Diese Botschaften des „Bösen Ichs“ gilt es zu enttarnen. Schreib sie auf!

Um Dir das etwas einfacher zu machen, findest Du hier ein Arbeitsblatt als PDF zum Download  Selbstverurteilende Gedanken verwandeln, dass Dir bei der Erkundung Deiner selbstablehnenden Gedanken hilft.

Schritt 2) Mach Dir klar, dass Dein Gedanke, ich halte mich hier an das Beispiel „Ich bin nicht gut genug!“ nur eine Annahme ist, die Du als Wahrheit akzeptierst und die aus dem Selbstablehnungsprogramm des „Bösen Ichs“ kommt. Wie könnte man die Situation noch bewerten? Wie würdest Du über Deine sich nicht meldende Freundin denken, wenn Du über Dich glauben würdest „Ich bin okay, so wie ich bin?“ Was würde sich ändern? Erlaube Dir, Dein negatives Selbstbild in Frage zu stellen.

Schritt 3) Finde eine passende Übersetzung für Deine negativen Glaubenssätze: Aus „Ich bin nicht gut genug!“ könnte nun werden: „Ich bin ganz und gar wunderbar!“, oder „Ich bin gut genug, so wie ich bin!“ Suche Dir eine Übersetzung, die für Dich stimmig ist, das finde ich sehr wichtig. Schreibe auch Deine Übersetzung auf. Das Arbeitsblatt bietet sich dafür hervorragend an. Hier kannst Du die PDF downloaden: Selbstverurteilende Gedanken verwandeln

Schritt 4) Ich zeige Dir eine kleine Übung, wie Du die negativen Glaubenssätze schrumpfen kannst und die positiven verstärkst. Im Coaching verwende ich dafür eine Vielzahl von Methoden, aber bereits mit dieser einen wirst Du etwas Erstaunliches bemerken:

  • Stelle Dir eine Situation vor, in der Du schon einmal sehr intensiv mit dem „Bösen Ich“ verschmolzen warst und Dein „Nicht okay-Gefühl“ sehr intensiv gespürt hast. Schließe Deine Augen und stelle Dir die Situation vor, in der Du Dich klein, hilflos, überfordert oder abgewiesen gefühlt hast. Sieh diese Situation wie auf einem inneren Bild. Was siehst Du? Welche Menschen sind bei Dir, was passiert in dieser Szene? Wie fühlt es sich an? Stell Dir nun vor, wie Du dieses Bild an eine Wand vor Dir hängst und ihm einen Rahmen gibst in einer Farbe, die Du überhaupt nicht leiden kannst. Schau das traurige Bild an, mit dem potthässlichen Rahmen und stell Dir nun vor, wie Du es vor Deinem inneren Auge schrumpfen lässt. Immer kleiner wird es, kleiner und kleiner, es schrumpft immer mehr. Jetzt ist nur noch ein Punkt zu sehen, und jetzt ist es weg, verschwunden!
  • Dreh Dich jetzt in Gedanken um und stell Dir ein anderes Bild vor. Darauf siehst Du Dich selbst, strahlend und glücklich weil Du denkst: „ Ich bin okay, so wie ich bin!“. Sieh Dich an auf diesem Bild, wie gut es Dir geht, welche Freude, Leichtigkeit und welches Glück Dich durchströmt. Wie ist Deine Körperhaltung auf diesem Bild? Was tust Du in dieser Situation? Welche Menschen sind um Dich herum? Welche Farben? Male Dir Dein „Ich bin okay, so wie ich bin!“ – Bild in Deiner Fantasie ganz, ganz deutlich aus. Füge alles hinzu, was das Bild noch schöner machen würde: Sonne, Strand, nette Menschen oder Tiere. Gib diesem Bild einen Rahmen Deiner Wahl und lass es nun an der Wand vor Dir immer größer werden. Und je größer es wird, umso deutlicher siehst Du Dein Leuchten, Dein Glück und Dein wahres Selbst!“ Das ist, wer Du wirklich bist. Spüre in Deinen Körper hinein, wie sich das anfühlt und verankere dieses gute Gefühl in Deinem Herzen.

 

Na, wie fühlt es sich nun an? Dieses Gefühl ist die Wahrheit über Dich und ich freue mich, dass Du es in diesem Moment spüren kannst.

Wenn Du auf diese Weise mit den vier Schritten immer wieder die Verbindung zu Deinem Wesenskern aufnimmst und die alte, automatische Verknüpfung mit dem „Bösen Ich“ löst, dann kannst Du große Veränderungen bewirken. Allerdings bedeutet das „Üben, üben, üben!

Unser Nervensystem kann Neues lernen und das tut es durch Wiederholung. Indem wir bewusst immer wieder neue Gedanken, Gefühls- und Verhaltensmuster einüben, etablieren wir auf Dauer ein gelingendes Selbstbild, dass die Grundlage für ein gelingendes und zufriedenes Leben sein kann. Und das wünsch ich Dir von Herzen.

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