Psychographie- die Kunst Dich selbst und andere besser zu verstehen durch angewandte Menschenkenntnis (Teil 1, der Beziehungstyp)

Menschenkenntnis durch PsychographieIst Dir schon mal aufgefallen, dass es Menschen gibt mit denen Du sofort warm wirst? Manchmal braucht es nicht mal Worte, um sich gut zu verstehen. Die Chemie stimmt, sagen wir dann. Schön, wenn man auf einer Wellenlänge ist. Allerdings ist das nicht immer so. Manchmal geraten wir an Menschen, mit denen wir gar nicht klar kommen. Obwohl wir uns Mühe geben, scheinen Welten zwischen uns zu stehen. Menschen sind halt verschieden und das ist gut so. Wie Du Dich selbst und andere besser verstehen kannst und wie das Miteinander gelingt, das ist das Thema der kommenden drei Podcastfolgen zum Thema angewandte Menschenkenntnis durch Psychographie. Hier kannst Du die erste Folge anhören.


Jeder Mensch hat von Kindheit an eine bestimmte Bevorzugung für die innere Kompetenz des Fühlens, des Denkens oder des Handelns entwickelt. Eine dieser drei Fähigkeiten hat jeder unbewusst zu seiner ganz persönlichen Stärke gemacht. Das zeigt sich in einer besonderen Betonung von praktischen, emotionalen oder mentalen Kompetenzen. Andere Fähigkeiten werden dagegen möglicherweise etwas vernachlässigt oder übergangen. Diese ganz individuelle innere Dynamik beeinflusst unsere Art, die Welt zu sehen und das Leben zu meistern. Dazu kommen weitere, typische und persönliche Besonderheiten. Das alles macht Menschen einzigartig, kann aber auch viele Konflikte, Missverständnisse und schwierige Situationen hervorbringen. Mit der Psychographie nach Dr. Friedmann lässt sich die innere Landkarte der Persönlichkeit erkunden. Diese angewandte Menschenkenntnis hilft, sich selbst und andere besser zu verstehen und das Leben zum Gelingen zu bringen.

Die Psychographie, auch Naturellwisenschaft genannt,  gehört zu meinem Handwerkszeug in Einzel- und Paarberatung. Ich erkläre meine Klienten sehr viel darüber, weil ich weiß dass mehr  Wissen uns hilft etwas anderes zu sehen und natürlich auch zu machen. E ist wahnsinnig erhellend, wenn das Verstehen darüber einsetzt, wie wir uns mit unserer Art zu sein selbst in ganz typische Probleme hineinmanövrieren, und wie der Weg heraus für uns funktioniert. Und sehr oft setzt ein richtiger Aha-Effekt ein. Ach so bist Du eigentlich! Es ist herrlich, das mitzuerleben.

Und schon öfter wurde ich von meinen Klienten gebeten, genau darüber doch mal eine Podcastfolge zu machen, damit man das nachhören kann. Hier kommt Sie:

Wenn wir jeden Tag so durch unser Leben gehen, dann haben wir es mit den verschiedensten Themen zu tun. Und im Grunde kann man diese Themen in drei Bereiche einteilen. Es gibt Handlungsthemen, da muss man etwas tun, also aktiv werden. Wenn ich Kaffee trinken will, dann muss ich welchen kochen, oder ihn holen, also ebenfalls aktiv werden.

Es gibt Erkenntnisthemen, das ist alles, bei dem ich eine Idee haben muss, einen Plan, eine Strategie, ich muss nachdenken, analysieren oder abwägen, mir eine Strategie ausdenken. Dafür brauche ich mentale Kompetenzen. Und es gibt Beziehungsthemen, dazu gehört alles, bei dem ich mit Menschen oder Situationen in Bezug treten muss, mich einfühlen, mich austauschen, verstehen und interagieren.

Es gibt Handlungsthemen, Erkenntnisthemen und Beziehungsthemen, und alles was wir täglich erleben ist eines dieser Themen oder eine Mischform davon. Es gibt nichts anderes. Du kannst es nachprüfen.

Und damit wir diesen Themenbereichen in unserem Leben gerecht werden können, haben wir alle drei Hauptlebenskompetenzen. Wir können denken, fühlen und handeln. Jeder von uns hat diese Fähigkeiten, und es wäre gut, wenn wir für das entsprechende Lebensthema die entsprechende Kompetenz benutzen würden. Wenn wir also für Beziehngsthemen unsere Einfühlsamkeit unser Verständnis und unsere Kommunikationsfähigkeit benutzen würden, für Erkenntnisthemen die Fähigkeit zu rationalisieren und zu analysieren und für Handlungsthemen unsere Fähigkeit aktiv zu werden und einfach mal zu machen.

Aber leider, so einfach machen wir es uns eben oftmals nicht! Im Gegenteil. Gar nicht selten gehen wir mit nicht wirklich gelingenden Strategien an die  Themen heran. Und das hat einen bestimmten Grund. Wir werden in unseren ersten Lebensjahren, durch das Umfeld in dem wir aufwachsen, Experte für eine dieser drei Kompetenzen. Das heißt, wir prägen eine dieser Fähigkeiten zu einer wirklichen Begabung aus. Das Denken, das Fühlen oder das Handeln. Und diese bevorzugte Lösungsstrategie wird unsere Lieblingsstrategie- auch wenn wir alle drei haben, benutzen wir am liebsten die eine, die wir am besten beherrschen. Dadurch entsteht eine bestimmte Art in der Welt zu sein, mit einer ganz eigenen Art, die Welt zu erleben und auf sie zu reagieren, mit ihr zu interagieren.

Was da genau passiert, darauf gehe ich noch genauer ein, keine Angst, mir geht es nur jetzt erst einmal um das Grundprinzip, also ein Grundverständnis für die Entwicklung verschiedener Naturelle, bei denen drei Grundtypen unterschieden werden: Beziehungstyp, Sachtyp und Handlungstyp.

Ein Naturell zu haben, bedeutet nicht etwa, in einer Schublade zu stecken. Menschen sind lebendig, in uns ist Bewegung, eine Dynamik. Deshalb geht es in der Psychographie, im Gegensatz zu statischen Persönlichkeitsmodellen nicht darum zu sagen: so bist Du, und nur so- es geht vielmehr um das, was innerhalb der Persönlichkeit passiert, um unsere typische Art uns in Probleme hineinzumanövrieren, und um den Weg des Gelingens, also wir wir es uns gut gehen lassen, wie wir Probleme lösen können. Und genauso wie jedes Naturell persönlichkeitstypische Fallen hat, gibt es auch persönlichkeitstypische Lösungen. Und das ist regelrecht genial, finde ich.

Okay, schauen wir uns genauer an, was es mit den drei Naturellen auf sich hat. Ich bin gespannt, wo Du Dich wiederfindest. Denk aber daran, dass alle drei Anteile immer in Dir vorhanden sind, aber es die Bevorzugung und Übertreibung Deiner Begabung sorgt für eine fehlende Balance, und damit für bestimmte naturelltypische Probleme, die aus einem Zuviel vom Guten kommen…

 

Zusammenfassung

Die Psychographie basiert auf der Grundannahme, dass die menschliche Psyche aus den drei Lebensbereichen Denken, Fühlen und Handeln besteht und dass jeder Mensch sich recht früh in seinem Leben auf einen bestimmten Bereich spezialisiert( Begabung) und mindestens einen anderen Bereich eher vernachlässigt( Ressource). So haben die dem Denken verhafteten Sachtyp ihre größten Defizite beim Handeln. Die auf das Fühlen spezialisierten Beziehungstypen vernachlässigen oft das ruhige, sachliche Nachdenken und in sich gehen. Und die Handlungstypen haben den größten Nachholbedarf beim Fühlen und Wahrnehmen ihrer eigenen Befindlichkeiten, oder der Anderer. Die Psychographie ist dabei kein starres, sondern ein lebendiges, lebensnahes Modell. Sie geht davon aus, dass Menschen sich entwickeln und zeigt den Weg der Persönlichkeitsentwicklung, der Entwicklung von Ressourcen. Je nach Individualität und Entwicklung sind die nachfolgenden Beschreibungen daher eher als Tendenz als  zutreffendes Merkmal zu verstehen.

Beginnen wir mit den Beziehungstypen heute in Teil 1 dieser Reihe, in den nächsten Folgen bringe ich Dir den Sachtyp und den Handlungstyp nahe.

Beziehungstypen heißen nicht etwa so, weil Sie so gut in Beziehung sind,  Beziehungstypen heißen so, weil Sie mit allem und jedem in Beziehung treten. Diese Menschen nehmen alles persönlich, beziehen Dinge auf sich, leider viel zu oft. Das macht Beziehungstypen engagiert und verantwortungsbewusst, hilfsbereit und  zupackend. Allerdings sorgt genau diese Fähigkeit auch dafür, es manchmal mit der Einsatzbereitschaft für andere zu  übertreiben, sich zu verausgaben, sich oft schuldig zu fühlen und vieles mehr.

Es ist immer die Übertreibung  unserer besten Fähigkeiten, das zuviel vom Guten, dass zu Problemen führt. Für  Beziehungstypen bedeutet das, dass  Empathie, Verständnis und Offenheit, manchmal sogar Naivität zu  den naturellbedingten Talenten dieser Menschen gehört. In der Übertreibung bedeutet das allerdings, sich zu sehr anzupassen, es anderen recht zu machen und die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, öfters mal zum seelischen Mülleimer für andere zu werden und sich schlecht abgrenzen zu können.

Menschen  mit Beziehungstypnaturell  haben eine  intensive emotionale Wahrnehmung. Sie können natürlich auch gut denken und handeln (vergiss nicht dass ich eingangs sagte, wir haben immer alle Fähigkeiten zur Verfügung , denken fühlen, handlen), aber es gibt eine die die anderen überstrahlt. Und so denkt, fühlt und handelt ein Beziehungstyp überwiegend emotional. Für  Beziehungsthemen ist das meist auch ganz wunderbar, für sachliche oder vernünftige Themen oder Handlungsthemen kann das aber die falsche Strategie sein.

Die emotionale Schwingungskurve eines Beziehungstypen ist sehr breit. Schöne Dinge werden  sehr intensiv erlebt, XXL und dann ist auch die Sprache  ausdrucksstark bis blumig, Super, ganz toll, wunderbar,  Du bist so süß, das ist die herzliche  verbindende Beziehungstypsprache. Auch zu erkennen an den vielen Smileys und  einer großen Herzlichkeit in Mails und anderen Kommunikationsformen.  Beziehungstypen haben eine sehr starke Ausstrahlung, wenn es ihnen gut geht. Dann sind sie wie die Sonne, sie strahlen etwas aus.

Das sind Menschen, die ziehen Menschen an. Sie können sehr leicht Kontakte machen, nett plaudern, herzlich sein, sie können sich auf jeden  Menschen und  jede Situation einstellen , ganz intuitiv.  Das ist eine wunderbare Begabung,  deshalb haben Beziehungstypen auch in Ihrem Job häufig etwas mit Menschen zu tun. Einfach weil sie das gut können.

Pflege und soziale Berufe sind das natürliche Habitat von Beziehungstypen. Was Sie in der  Regel hassen sind trockene, gleichförmige Aufgaben, die  mit Zahlen und Listen zu tun haben . Beziehungstypen sind begeisterungsfähig, sie brauchen  Abwechslung, Herausforderung und vor allem Entwicklung. Beziehungstypen haben ein erkenntnis-, und entwicklungsgeleitetes Wertesystem.  Das sind die meiner Klienten, die am dramatischsten leiden, sich sehr klein, hilflos oder zerrissen fühlen. Wenn diese   Menschen aber Klarheit finden, sich einen Plan machen, etwas über sich und andere verstehen, dann kommen Sie rasch in ein anderes handeln und dann fühlen Sie sich auch wieder gut.

Zusammenfassung Beziehungstyp

  •  fühlen, handeln und denken emotional
  • haben einen hohen Anspruch an sich selbst
  • neigen entweder zum retten, zum konkurrieren, oder müssen etwas besonderes sein 
  • leiden dramatisch
  •  fühlen sich bei Problemen: hilflos, lieblos oder zerrissen
  • Eigenschaften: kommunikativ, strahlend, kontaktfreudig, lebendig, begeisternd, gefühlsbetont, emotional verführerisch, ausdrucksstark, kreativ, fantasievoll, verspielt, ideenreich, optimistisch, freigiebig, vielseitig interessiert
  • … aber auch …
  • unvorsichtig, leichtgläubig, leicht ablenkbar, unzuverlässig, unpünktlich, verschwenderisch, mischt sich zu schnell ein, kann sich schwer konzentrieren,
  • Zeitorientierung: Gegenwart
  • bezogen auf das Du, treten mit Menschen und Situationen in Beziehung, nehmen alles persönlich
  • Energie: Herz- Leidenschaft, Liebe
  • Wertesystem: erkenntnisgeleitet
  • Ressource: klares Denken, Abstand, Gelassenheit, Zeit, Ich
  • Falle: aus dem Gefühl heraus sofort handeln (chaotisch und übersprungshaft)!
  • neigen zum schnellen JA
  • Strategie: “sowohl als auch” ( Folgen: zu viel auf einmal, schnell begeistert, manchmal etwas oberflächlich, übernimmt sich oft, ungeduldig)
  • Muster: INTERAKTION
  • Komplimente bitte für: Kompetenz, kluge Ideen, sachliche Betrachtung, ernst nehmen!
  • Größte Angst: hilflos, nicht geliebt, ausgestoßen, schuldig zu sein, keine Sicherheit

Die kommunikativen und lebendigen Beziehungstypen machen meist einen gewinnenden Eindruck, um gut anzukommen. Sie möchten attraktiv und anziehend wirken, wodurch sich ihre Präferenz für modische Kleidung erklärt. Da sie gesellig und viel unterwegs sind, haben sie meist einen großen Freundes- und Bekanntenkreis. Sie sind einfallsreich und interessieren sich für alles Mögliche – zumindest oberflächlich. Es fehlt ihnen jedoch oft die Geduld, begonnene Projekte zu Ende zu führen, so dass sie oft mehr versprechen, als sie halten können. Ihre Biografie zeigt selten eine konstante Entwicklung auf, sondern zeichnet sich eher durch regelmäßige Brüche und Neuanfänge aus. Gleichzeitig haben sie eine starke innere Sehnsucht nach Normalität und Regelmäßigkeit, die sie aber aufgrund ihrer Ruhelosigkeit und ihres Reizhungers selten dauerhaft in ihr Leben integrieren können.

Ein Beziehungstyp sorgt im Team meist für eine lockere freundliche Atmosphäre und hat ein gutes Einfühlungsvermögen. Er verteilt zielsicher die richtigen Komplimente, achtet aber auch darauf, dass er diesbezüglich nicht zu kurz kommt. Durch ihre starke Beziehung zur Umwelt und ihren Mitmenschen sind Beziehungstypen sehr stimmungsanfällig für Impulse, die von außen kommen (oder eben nicht kommen).

So ist es für sie nicht ungewöhnlich von einer Minute auf die andere von Euphorie in Niedergeschlagenheit zu verfallen, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es sich gewünscht haben. Dabei leiden sie am meisten, wenn sie sich ungeliebt oder hilflos fühlen. Dann sind sie nicht mehr gewinnend, sondern angespannt und distanziert. In diesen Situationen entwickeln sie auch einen starken Fluchtreflex, der für das Gegenüber vollkommen überraschend kommen kann und für weniger emotionale Menschen übertrieben wirkt. Haben sie ihr Gleichgewicht wieder gefunden, können sie dann aber schnell zu alter Liebenswürdigkeit zurück finden.

Durch ihre grundsätzliche Gutgläubigkeit müssen Beziehungstypen kritisches Denken und Hinterfragen erst lernen – meist durch negative Erfahrungen. Dies fällt ihnen auch deswegen schwer, weil sie leidenschaftlich gerne die Retter-Rolle übernehmen und dabei ihre zeitlichen und finanziellen Ressourcen oft sträflich vernachlässigen. Werden sie dann menschlich enttäuscht, zurückgewiesen oder fühlen sich missverstanden, kann aus der übereilten Hingabe schnell leidenschaftliche Abneigung werden.

In Beziehungen kann sich ein Beziehungstyp manchmal zu sehr nach dem anderen ausrichten, sich abhängig machen, denn Beziehungstypen haben eine innere Angst, nicht geliebt zu sein so wie Sie sind oder nicht gut genug zu sein. Nach außen wirken diese Menschen oft sehr selbstbewusst und unabhängig, oft sind Sie sehr erfolgreich. Und haben diese menschen eine innere Angst vor dem Ausgeschlossen werden, einsam zu sein oder abgelehnt. Genau deswegen sind Sie ja so gut darin, sich anzupassen und andere für sich zu gewinnen.

Was ich oft höre, von Beziehungstyp-Klienten ist der Satz: “Eigentlich weiß ich gar nicht, wer ich wirklich bin oder was ich wirklich möchte.” Und das ist genau auch der Schritt nach vorne in der Persönlichkeitsentwicklung für Beziehungstypen. Das Sie Gelassenheit lernen anstatt in alles mit Anlauf reinzuspringen oder zu dramatisieren, dass Sie das ICH genauso wichtig nehmen wie das DU, dass Sie sich abgrenzen und NEIN sagen lernen, dass Sie keine Angst haben unbequem zu sein. Dass Sie sich Zeit lassen und Ihren eigenen Weg gehen, anstatt Übersprungshandlungen aus einer großen Emotionalität heraus zu machen.

Denn ein Beziehungstyp dem es nicht gut geht, also der in seiner Persönlichkeitsfalle steckt, dann ist er nicht mehr nett, sondern eckig, zickig oder auch übergriffig. Und vor allem ist dieser Mensch dann streng und anspruchsvoll zu sich selbst. Ein Beziehungstyp in der Falle übernimmt sich und verausgabt sich, richtet sich nach den Erwartungen anderer zu sehr aus und strengt sich permanent an. Er möchte dafür geliebt werden. Das funktioniert natürlich nicht.

Beziehungstypen haben in der Regel einen guten Geschmack, sind vielseitig interessiert, Männer brauchen sehr viel Anerkennung und wollen ein toller Hirsch sein, Beziehungstyp-Frauen sind ebenfalls immer auf der Suche nach Anerkennung von außen, entweder über Schönheit oder über Leistung. Oft haben Beziehungstyp- Frauen große Augen. Man erkennt sie ebenfalls an der ausdrucksstarken Körpersprache, der Gestik, dem charmanten Lächeln.

Und das sind die Ressourcen des Beziehungstyps- davon sollte er (oder sie) sich mehr gönnen:

  • die ihnen zur Verfügung stehenden Zeiträume für Entspannung und für sich selbst zu nutzen
  • ihre (begrenzten) ökonomischen Kapazitäten ernst zu nehmen und nicht zu verschwenderisch zu sein
  •  ihre Verstandeskraft, ihre geistigen Fähigkeiten bewusst nutzen und aktivieren
  • Erkenntnisse, Zusammenhänge verstehen
  •  das ICH und die eigenen Grenzen wichtig nehmen
  • ihre Fähigkeit zur Geduld und zum Warten-können zu entwickeln
  • ihre Leidensfähigkeit und ihr Durchhaltevermögen zu aktivieren
  •  die Option, auch einmal nichts zu tun und passiv zu bleiben, anstatt zu viel an Verantwortung zu übernehmen
  • ihren Realitätssinn und ihre Kritikfähigkeit zu nutzen
  • sich und den Dingen mehr Zeit lassen, eine Pause einlegen
  • ökonomischer, sparsamer vorgehen
  • um Unterstützung zu bitten, Hilfe anfordern und dankbar annehmen
  • sich auf weniger Dinge gleichzeitig zu konzentrieren
  • sich weiterzubilden, zu lernen, Ihrem Drang nach Wissen und Erkenntnis zu folgen
  • sich um Details zu kümmern und in die Tiefe zu gehen, anstatt an der Oberfläche zu bleiben.

Vielleicht Du hast Du Dein Naturell erkannt? Und vielleicht auch das von den Menschen in Deiner Umgebung?Achte vor allem auf die typischen Merkmale, vor allem im Problemsituationen und lass Dich auch von der Grundenergie eines Menschen leiten.

Wichtig ist auch: Nicht alle Menschen eines Naturells sind gleich. Man kann sich ein Naturell wie eine Hautfarbe vorstellen. Wenn ich in Asien geboren wäre, dann könnte ich auch ganz prima in Afrika leben oder in Europa. Aber ich würde Asiate bleiben, weil mich bestimmte Merkmale dazu machen. Aber nicht alle Asiaten sind gleich. Obwohl sie sehr typische Ähnlichkeiten haben, sind diese individuell ganz unterschiedlich ausgeprägt. Genauso ist es auch beim Naturell. Wir stecken ja nicht in Schubladen, wir sind lebendig.

Persönlichkeitsentwicklung bedeutet auch nicht, irgendwie anders zu werden, als wir sind. Es geht um Ausgewogenheit, darum, die beste Ausgabe von sich selbst zu werden. Alles ist in Dir, Du musst nichts neu erfinden. Viel mehr gilt es, die Anteile und Strategien, die Du von Dir abgetrennt hast oder wenig benutzt, zu verstärken,

Alle Naturelle sind okay und wunderbar, es sind die Übertreibungen guter Eigenschaften die zum persönlichkeitstypischen Problem werden.

Wir können mit allen Naturellen auskommen, wenn wir in unserer eigenen Entwicklung gut unterwegs sind, denn was uns an anderen stört ist oft das, was uns selbst ein wenig fehlt. Und ich hoffe, Du verfährst nun nie wieder nach dem Leitsatz: Behandle andere so, wie Du selbst behandelt werden möchtest. Viel besser ist: Behandle andere so, wie Sie behandelt werden möchten!

Ein Beziehungstyp möchte, dass Du freundlich zu ihm bist und ihn verstehst, ein Sachtyp möchte, dass Du ernsthaft und vernünftig mit ihm umgehst und ihm zuhörst, ein Handlungsyp möchte, dass Du hinter seiner rauen Schale den weichen und herzlichen Kern erkennst.

Natürlich ist das nur ein Abriss zur Psychographie, ein grober Überblick. Es gibt noch viel mehr dazu zu sagen. Es gibt Untertypen, es kommt ganz auf den Grad der persönlichen Entwicklung an, wie die individuelle Ausprägung ist, auch die Frage ob Du eine Frau oder ein Mann bist, färbt das Naturell noch individueller ein. Aber das alles braucht es für einen Überblick nicht, und mein  Motto ist: “Machs einfach!”

Ich wünsche Dir, dass Dir das hilft Dich selbst und Dein Verhalten besser zu verstehen und natürlich mit anderen besser klar zu kommen.

Deine Art zu sein hat Einfluss auf alles in Deinem Leben, Deine Beziehung, Deinen Job, Deine Interessen und so weiter. Ich kann Dir soviel verraten: mir hat die Psychographie während meiner Fachausbildung so tiefe Erkenntnisse über mich selbst beschert, dass ich genauso fassungslos wie fasziniert war: Was ich an mir immer seltsam fand, dass war eine Art in der Welt zu sein, nicht irgendeine Macke. Das war so befreiend, dieses: ach so kann man eben auch sein. Ich bin nicht komisch, ich bin wie ich bin, ein ganz normaler Beziehungstyp eben…

Hier hörst Du Teil 1 meiner Podcastfolge zum Thema Psychographie.

Alles gute für Dich, auf weiterhören bis zum nächsten Mal, Deine Claudia

Foto: Moritz Bechert


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Ich freue mich auf Dich. Liebe Grüße, Claudia

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