Nicht immer sind es die ganz großen Krisen, die eine Beziehung zerrütten- ganz im Gegenteil. Oft sind es die vielen kleinen Unaufmerksamkeiten und Unachtsamkeiten, die der Beziehung langsam die Basis entziehen. Muss das so sein? Nein! Du kannst jetzt und hier sofort anfangen, Deine Beziehung zu verbessern, ohne langes Hin und Her und endlose Diskussionen, einfach indem Du anfängst etwas zu tun dass Annäherung und echte Verbindung wieder möglich macht. Neun Mini Interventionen, mit denen Du sofort Deine Beziehung verbessern kannst, stelle ich Dir in dieser Episode vor.
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Stell Dir doch mal vor, Deine Beziehung wäre ein lebendiges Wesen. Wie geht es diesem Wesen gerade? Wie fühlt es sich? Ist es lebendig und vital, oder eher kraftlos und leer? Ist es voller Freude und Energie, oder ist es traurig, klein und hoffnungslos? Ist es kuschelig und weich, oder hart und kantig? Und was wünscht sich dieses Wesen? Was braucht es? Vielleicht kommt es Dir komisch vor, Deine Beziehung als ein lebendiges Wesen zu betrachten, aber glaube mir, das ist es. Und wenn Du Dich wirklich auf diese kleine Visualisierungsübung einlässt, dann kannst Du erstaunliches über den Zustand Deiner Beziehung bemerken.
Beziehungen sind lebendig. Und deshalb brauchen sie Nahrung. Sie existieren nicht einfach, weil sie da sind. Sie müssen gefüttert werden. Sie brauchen z.B. immer wieder Portionen von Nähe und Aufmerksamkeit, emotional und körperlich. Sie brauchen Zeit und Raum und Zuwendung. Sie brauchen Kommunikation und Offenheit, gemeinsame Ziele und Visionen, Rituale. Das alles gehört zur Grundversorgung der Beziehung und es klingt so normal, dass man denkt: ja und was ist jetzt daran neu? Das weiß ich doch!
Aber machst Du es auch? Regelmäßig die Beziehung zu füttern, damit sie lebendig sein kann? Oder vergisst Du gerne mal die Grundversorgung, weil es ja im Alltag immer so viel anderes wichtiges gibt, dass Du erst mal machen musst und um Deine Beziehung kümmerst Du Dich später, wenn Zeit ist?
Die Grundversorgung der Beziehung, das weiß ich aus meiner Arbeit mit Paaren, wird in vielen Beziehungen sträflich vernachlässigt, so wie eine Zimmerpflanze, die in der Ecke steht und die man vergessen hat zu gießen. Und es ist gar nicht so, dass man die ganze Zeit immerzu nur an die Beziehung denken müsste und sich wie irre anstrengen, damit sie funktionieren kann. Im Gegenteil: regelmäßige kleine Häppchen sind für die Grundversorgung Deiner Beziehung viel besser als zweimal im Jahr im Urlaub die großen Geschütze aufzufahren und in Sachen Beziehung eine Laola-Welle zu machen oder zu erwarten. Das geht garantiert schief. Die ausgehungerte Beziehung kann dann mit dem Überangebot meist gar nix anfangen.
Neun Mini Tools, mit denen Du sofort Deine Beziehung verbessern kannst
Beziehungsstrategie Nr. 1: Die „So tun, als ob…“-Technik kann die Beziehung verwandeln
„So tun als ob“, ist eine echte Superstrategie, auch wenn die Vorstellung etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Methode kommt aus dem NLP und es geht dabei nicht darum zu lügen oder ähnliches, es geht darum ein gewünschtes Ereignis in seinem Handeln vorwegzunehmen, sich also so zu verhalten als wäre es bereits eingetreten.
Das „so tun als ob wir es bereits geschafft haben“ führt dazu, dass wir uns anders verhalten und handeln und somit auch andere – im besten Falle nämlich die gewünschten – Ergebnisse bekommen.
Es ist quasi eine sich selbst bestätigende Vorhersage oder anders: eine selbsterfüllende Prophezeiung. „So tun als ob“ eignet sich hervorragend für angestemmte Beziehungssituationen. Stell Dir mal vor, Du bist schon seit längerem angespannt in Bezug auf Deine Partnerin oder Deinen Partner, Eure Beziehung ist beladen mit ungeklärten Konflikten und angestauten Unzufriedenheiten auf beiden Seiten. Du bist genervt und auch schon etwas resigniert. Was soll bloß werden? In dieser Grundstimmung kommst Du nach Hause und triffst dort auf Deine Partnerin oder Deinen Partner. Wie verhältst Du Dich?
Genau! Du verhältst Dich so, wie Du Dich fühlst. Vielleicht zurückhaltend oder gar distanziert, möglicherweise sogar abweisend oder vermeidend. Das ist verständlich. Aber wozu führt das? Es verstärkt genau die trostlose Beziehungssituation, die ihr schon habt. Vor Freude in die Arme springen wird Dir nun Dein Partner oder Deine Partnerin nicht, oder?
Und nun stell Dir doch mal vor, Du probierst es mal mit „So tun als ob“. Du machst einfach ein Experiment und tust so, als würdest Du Dich freuen, wenn Du heimkommst und ihn oder sie siehst. Wie wärst Du dann? Was würde passieren, wenn Du diese Haltung innerlich einnimmst und ihm oder ihr begegnest?
„So tun als ob“ lässt sich nicht denkend ausprobieren, man muss es machen um die erstaunliche Wirkung zu erleben, egal wie gerne Dein Verstand Dir tausend Argumente dagegen setzen will.
Die Wirkung beginnt nämlich nicht erst, wenn Du die Wohnungstür aufschließt, sondern schon in dem Moment, in dem Du Dich innerlich auf „Ich freue mich, Dich zu sehen“ einstellst. Dein Körper und Dein Unterbewusstsein reagieren darauf, auch wenn es erstmal seltsam anmutet und im besten Falle geht es Dir allein dadurch besser.
Und die Reaktion Deiner Partnerin oder Deines Partners tut natürlich auch ihr Übriges. Denn nach anfänglichem Staunen ändert sich ihre oder seine Haltung Dir gegenüber möglicherweise auch und es tritt eine Annäherung ein. Nicht immer, aber immer öfter! Viele meiner Klientenpaare haben schon „So tun als ob“ ausprobiert und damit wieder eine Öffnung füreinander in die Wege geleitet. Das rettet natürlich keine Beziehung, aber es ist der Anfang für ein besseres Beziehungsklima, indem ein aufeinanderzugehen wieder möglich wird.
Beziehungsstrategie Nr.2: Das „15 Minuten Beziehungs-Ritual“ – kleiner Aufwand, große Wirkung
Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die eine gewaltige Veränderung ausmachen. Das gilt auch für unsere Beziehungen. Ich möchte Dir ein Beziehungsritual vorstellen, dass seine Wirkung nicht verfehlen wird, wenn Du bez. Ihr ihm einen Platz in Eurem Leben geben wollt. Und das gilt besonders für die Paare, die in der Rush-Hour des Lebens sind, in der Job, Karriere, Familie, Kinder und Lebensziele unter einen Hut passen sollen und so kaum noch Zeit für sich selbst und die Beziehung bleibt. Viel Pflicht, wenig Kür- die Beziehung leidet bei aller Liebe an mangelnder Aufmerksamkeit, man rast nebeneinander her und verliert sich aus den Augen. Keine Zeit. Aber natürlich auch für alle anderen Paare ist das „15 Minuten Ritual“ ein wirkmächtiges Tool, das mit wenig Aufwand die Verbindung stärkt.
Es geht dabei darum, in Kontakt zu gehen und im wahrsten Sinne des Wortes in der Beziehung anzukommen. Und so geht’s:
Nehmt Euch jeden Nachmittag oder Abend 15 min Zeit, indem Ihr Euch trotz aller Hektik zusammenfindet. Das kann in der Küche sein, auf dem Balkon oder im Wohnzimmer oder auf der Gartenbank. Egal, was passiert und was oder wer gerade Aufmerksamkeit fordert, räumt diesen 15 Minuten Priorität ein. Sie gehören nur Eurer Beziehung und Partnerschaft.
Macht Euch einen Tee oder Kaffee und erzählt Euch gegenseitig drei Dinge, die Euch heute beschäftigt haben, die Ihr erlebt habt oder die einen Eindruck hinterlassen haben. Das muss weder schwer noch anstrengend sein und bedarf keinerlei Vorbereitung. Du brauchst nichts als die Absicht, etwas vom anderen erfahren zu wollen, etwas von Dir und Deinem Leben mitzuteilen und sich gegenseitig etwas Aufmerksamkeit zu schenken.
Sprecht einfach darüber, was Euch begegnet oder passiert ist, wie es Euch geht, was lustig oder traurig war und was das für Dich bedeutet. Nicht mehr und nicht weniger.
Erzähle etwas von Dir. Auf diese Weiselässt Du Deinen Partner oder Deine Partnerin Anteil an einem Leben nehmen und an dem, was in Dir vorgeht. Das schafft Nähe, aber auch Verbindung und meist sogar ein Gefühl von Erleichterung. Da gibt es jemanden, der zuhört, Dich bestärkt, Dich versteht, mit Dir ist.
Das ist gelebte Partnerschaft. Und natürlich bist Du auch Zuhörerin, Vertrauter, Freund, Partnerin. Es muss nicht immer schwerwiegende Beziehungsprobleme gehen, die ihr wälzt, es geht darum, dass ihr in Verbindung bleibt und Euch nicht verkennenlernt.
Habt Ihr das tägliche 15 min Ankommens-Ritual erst einmal etabliert, dann werdet ihr bald diese kleinen Inseln der Verbindung zu schätzen wissen. Und manchmal kann dabei mit der Zeit sogar ein Wunder geschehen.
Beziehungsstrategie Nr.2: Der Beziehungstag- mehr Zeit zu zweit
Ich weiß nicht, wie Du darüber denkst. Aber ich glaube, dass Zeit die größten Ressource der heutigen Zeit ist. Das, was uns allen fehlt, ist Zeit, nicht etwa Geld. Zeit ist in Freundschaften, Familien und eben auch in Beziehungen zur wichtigsten Währung für Aufmerksamkeit geworden.
Schenkt uns jemand etwas von seiner Zeit und seiner Aufmerksamkeit, fühlen wir uns wertgeschätzt und geliebt. Denn wenn einem etwas wichtig ist, dann findet man dafür auch Zeit.
Warum sollte das in einer Beziehung anders sein? Genau aus diesem Grund empfehle ich meinen Klienten einen sogenannten „Beziehungstag“ als regelmäßiges Ritual zu etablieren, gerade dann wenn man eigentlich das Gefühl hat, dafür keine Zeit zu haben.
Schaufelt Euch einen Nachmittag oder Abend in der Woche frei und widmet Euch in dieser Zeit Eurer Beziehung, regelmäßig. Geht essen, spazieren, Sport machen oder was immer Ihr gerne zusammen macht und gebt dieser Zeit Priorität. Macht diesen Beziehungstag zum Ritual und reserviert ihm einen Platz in Eurem Terminkalender. Er ist genauso wichtig, wie der Elternabend, der Sport oder die Überstunden.
Eure Beziehung kann nicht warten, bis irgendwann mal Zeit übrig ist. Die Beziehung braucht einen Raum, um zu existieren, um gelebt zu werden. Und diese Zeit werdet Ihr Euch nehmen, wenn Ihr die Beziehung füttern wollt. Es reicht nicht, ein oder zweimal im Jahr in den Urlaub zu fahren und sich den Rest des Jahres die Klinke in die Hand zu drücken.
Regelmäßige kleine Beziehungsinseln, die nur der Zweisamkeit gewidmet sind, können regelrechte Wunder bewirken. Es geht beim Beziehungstag auch nicht darum, Events zu schaffen. Es geht um Aufmerksamkeit und Qualität. Deshalb macht es Sinn, wenn sich abwechselnd jeder der Partner etwas ausdenkt, was man gemeinsam anstellen könnte und wenn es ein Spaziergang ist.
Aber Achtung! Ladet Euch diese Zeit nicht mit gemeinsamen Pflichten voll. Auch geht es hier nicht um die Familie als Ganzes. Es geht in dieser Zeit mal nur um Euch beide. Denn geht es der Paarbeziehung gut, ist das auch gut für die Familie. Deshalb ist ein Beziehungstag nichts egoistisches, sondern er dient am Ende der ganzen Familie.
Schenken Euch diese Zeit, es lohnt sich. Alles, was Ihr in diese Beziehung investiert, wird sich später auszahlen. Und glaub mir, ich kenne alle Gründe, warum das eigentlich nicht geht. Aber was ihr braucht, sind die Gründe warum es doch geht!
Beziehungsstrategie Nr.4: 3 Dinge heimlich für den anderen tun
„Drei Dinge heimlich tun“ ist eine Aufgabe, die ich sehr vielen Paaren, mit denen ich arbeite als Hausaufgabe mitgebe. Klingt seltsam, ist aber ganz wunderbar. Es geht darum Signale der Aufmerksamkeit und der Zuwendung zu senden, ohne das anzukündigen oder darüber zu sprechen. Diesen Signalen kann kaum jemand widerstehen.
Überlege Dir dazu einmal ganz in Ruhe, was sich Deine Partnerin oder Dein Partner wirklich von Dir wünscht. Über was freut sie oder er sich besonders? Sind es Komplimente, ein kleines Geschenk, eine Massage oder ein schönes Essen zu zweit? Ein romantischer Abend vielleicht oder dass Du mehr Verantwortung im Haushalt übernimmst oder ihr oder ihm zu einem freien Abend verhilfst? Das, über was sie oder er sich regelmäßig beschwert, oder um was sie Dich schon oft gebeten hat, auch wenn es Dir sinnlos erschien, das ist wahrscheinlich das, womit Du ihr oder ihm eine große Freude machen könntest.
Wenn Du es hast, dann mach doch mal in kürzeren Abständen genau drei dieser Dinge, von denen Du weißt, was sie ihm oder ihr bedeuten. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Das wichtige daran ist, dass Du das nicht ankündigst oder kommentierst. Am besten sagst Du gar nichts, machs einfach und schau, auf welche Weise sich die Wirkung entfaltet und was Dein Bemühen auslöst. Die Resonanz ist oft sehr stärkend für die Beziehung. Und natürlich kannst Du es dann auch besprechen. Ich wünsche Dir spannende Erfahrungen.
Beziehungsstrategie Nr.5: Die Black-Box Methode für bessere Kommunikation
In jeder Beziehung gibt es Themen, die einfach nur nerven. Es gibt Eigenarten und Verhaltensweisen die uns an unseren Lieben stören, Situationen die uns ärgerlich oder sogar richtig wütend machen. Es gibt Themenbereiche, die einfach unangenehm sind und regelmäßig zu Streit führen. Soweit ist alles ganz normal.
Aber manchmal können wir solche Auseinandersetzungen einfach gar nicht gebrauchen. Doch das stört diese unangenehmen Themen leider gar nicht. Sie platzen gerne einfach mal so mitten in unser Leben hinein, ob wir sie gerade haben wollen oder nicht.
Vielleicht hast auch schon erlebt oder zumindest beobachtet: ein Streit an der Supermarkasse, eine nervenaufreibende Grundsatzdiskussion vor Freunden oder ein verletzender Streit vor den eigenen Kindern. Peinlich, beschämend und beängstigend wirkt das auf uns und unser Umfeld.
Verdrängen und alles weglächeln allerdings ist auch keine gute Idee, denn auf diese Weise sammelt sich der Müll der ungeklärten Themen in Ihrer Beziehung an, bis man irgendwann kein Land mehr sehen kann.
Was also tun? Weil wir unangenehme Themen einfach nicht immer gebrauchen können, kann es sinnvoll sein, die sogenannte „Black-Box“ Methode in der Beziehung auszuprobieren.
Die „Blackbox“ dient als Aufbewahrungsort für unangenehme Themen und Konflikte, die einen im Moment gerade überfordern, oder für die das Leben gerade keinen Raum hat, oder über die man gerade nicht reden kann oder will. Oft gibt es ja auch eine große Unterschiedlichkeit in Sachen Klärungsbedürfnis. „Sie will ständig reden und ihm ist das zu viel und deshalb schweigt er lieber“ ist ja so ein Klassiker.
Legt Euch als Black-Box gemeinsam eine kleine Kiste oder ein Glas an und verwendet es als Aufbewahrungsort für alles, was gerade zwischen Euch steht und eine Pause braucht. In der Blackbox für wichtige Themen geht nichts verloren, es wird dort nur vorübergehend geparkt. Legt Euch ein paar kleine Notizzettel und einen Stift dazu und gebt Eurer Blackbox einen Ort in Ihrem Zuhause. Wenn jeder seine eigene Zettelfarbe bekommt, funktioniert die Methode noch besser.
Und wenn Ihr dann mal wieder merkt, dass eine Streiterei kein Ende nimmt, oder Ihr von einer Diskussion im Moment überfordert seid, oder noch keine Lösung miteinander findet, schreibt ihr das Problem auf einen Zettel und werft ihn in die Blackbox.
Wenn die Stimmung wieder besser ist, oder Ihr Euch einem bestimmten Thema gewachsen fühlt, schlagt Eurem Partner oder Eurer Partnerin vor, die Black Box zu öffnen und nehmt einen Zettel heraus, um das Thema zu besprechen. Es ist hilfreich, einmal in der Woche die Black-Box zu öffnen. Findet ihr eine Einigung, werft den Zettel weg. Findet ihr noch keine Lösung, vertagt ihr das Thema und legt den Zettel zurück.
Die Blackbox-Methode funktioniert für schwierige Themen in Paarbeziehungen ausgesprochen gut. Allerdings braucht sie für eine gute Wirksamkeit eine Bereitschaft zur Mitwirkung von beiden Partnern.
Beziehungsstrategie Nr.6: Erst verstehen, dann verstanden werden
„Erst verstehen und dann verstanden werden“ ist eine wunderbare, heilsame Kommunikationsstrategie, über die ich schon in anderen Podcast-Folgen ausführlich gesprochen habe. Aber weil sie so eine enorme, friedensstiftende Wirkung hat und eigentlich sehr einfachen Regeln folgt, darf sie hier natürlich nicht fehlen.
Kurz gesagt geht es darum in Gesprächen wirklich zuzuhören und zuerst einmal dem anderen Raum zu geben, seine Sicht auf die Dinge zu erklären, ohne gleich mit Argumenten und Gegenstatements darüberzubügeln.
Dem anderen den Raum zu lassen und ein wirkliches Interesse an seiner Meinung zu haben, verstehen zu wollen, anstatt zu kritisieren, abzuwerten, zu schulmeistern oder dagegenzuhalten ist die beste Strategie, um bei schwierigen Beziehungsthemen aus der Kampfzone zu kommen.
Denn wir alle wollen verstanden werden, so wie wir sind und jemandem zuzuhören und verstehen zu wollen, ist das größte Geschenk, dass wir einem anderen Menschen machen können.
Und so geht’s: Jeder bekommt fünf bis 10 Minuten um seine Position auf ein bestimmtes Thema einfach nur darzustellen. Während Dein Partner spricht, sind alle Kommentare tabu. Auch Augenrollen, schnaufen oder Abwinken sind keine gute Idee. Versuche zu verstehen, um was es ihm oder ihr wirklich geht. Das fordert Deine ganze Aufmerksamkeit. Danach spiegelst Du ihm oder ich zurück, was bei Dir angekommen ist, um zu sehen, ob Du ihn oder sie richtig verstanden hast.
Dann bist Du dran und anschließend fasst Dein Partner zusammen, was bei ihm angekommen ist, natürlich auch mit echtem Interesse und ohne spitze Bemerkungen und erhobenen Zeigefinger.
Allein diese „ich will Dich verstehen“ Haltung öffnet die Herzen und wir können aufhören, uns mit unserer Meinung zu verschanzen und zu bekämpfen. Verstehen wollen ist friedvoll und so lassen sich Konflikte oft erstaunlich gut neu betrachten und oft auch lösen.
Wenn Du mehr zu den Kommunikationsstrategien in Beziehungen erfahren möchtest, ich verlinke Dir die entsprechende Folge hier:
Beziehungsstrategie Nr.7: Nur jedes zweite Mal meckern, kritisieren oder sich aufregen
Egal, wie sehr wie unseren Partner oder unsere Partnerin lieben, natürlich gibt es immer auch Eigenschaften, Marotten oder Umstände, die uns aufregen. Das ist ganz normal. Am Anfang der Beziehung sehen wir darüber auch gerne hinweg und sind in dieser Hinsicht sehr tolerent. Aber je länger die Beziehung dauert, um so deutlicher wird auch der Angenervtheitseffekt und wir fangen an, das Störende zu kritisieren.
Leider, leider wird nicht selten daraus ein Kritikdauerfeuer. Gleichzeitig nimmt oft das Maß an Wertschätzung ab. Denn das, was wir toll finden am anderen und am Anfang ständig und gern hervorheben und betonen, das wird mit der Zeit normal. Sie oder er weiß ja, dass wir das gut finden, warum sollen wir es also immerzu sagen?
Auf diese Weise nimmt die Wertschätzung mit der Zeit ab, während die Kritik zunimmt. Das geht in gar nicht wenigen Beziehungen so weit, dass sie oder er sich gar nicht mehr geliebt fühlt, weil ständig gemeckert und kritisiert wird und Lob und Anerkennung auf der Strecke bleiben.
Das entzweit uns. Ein erster Schritt aus diesem Dilemma ist eine ganz pragmatische Methode: Nur jedes zweite Mal meckern.
Egal, was Dich ärgert, was Dich nervt, was Du schon hundert Mal gesagt hast und wo Du Dich nicht verstanden fühlst: Hör auf, es ihr oder ihm jedes Mal aufs Brot zu schmieren. Lass ihm oder ihr immer einmal durchgehen und melde Deine Kritik nur jedes zweite Mal an.
Du glaubst gar nicht, als wie entlastend das oft empfunden wird. Denn auch, wenn Du Dich selbst gar nicht als so meckerig erlebst, weil Du es ja gar nicht so meinst- kannst Du nicht wissen, wie sehr sich Deine Partnerin oder Dein Partner kritisiert fühlt und den Kopf einzieht um der Meckerei zu entgehen.
Oft folgt daraus Vermeidung und das sorgt für noch mehr Kritik. Es ist ein Teufelskreis, an dem beide mitwirken. Und doch kann der Ausstieg auch einseitig angeregt werden.
Probiers aus, es wirkt! Ganz ausführlich hab ich darüber in dieser Folge gesprochen:
Artikel/Podcast „Über das Verhältnis von Kritik und Wertschätzung in Paarbeziehungen“
Beziehungsstrategie Nr.8: Die bewusste Paarumarmung
Ich liebe diese Methode, denn sie ist magic! Die bewusste Paar-Umarmung ist ein Ritual, dass ohne unseren Verstand auskommt. Diese Übung wirkt auf einer rein körperlichen Ebene sehr tief und stärkt unser Gefühl für Verbundenheit.
Innige Berührungen erzeugen diesen Zustand ganz von selbst, ohne dass man noch Weiteres dazu tun müsste. Denn beide Partner sind wie zwei magnetische Pole, die sich anziehen.
Und so geht’s: Stellt Euch so hin, dass Brust und Bauchbereich sich berühren. Natürlich könnt Ihr Euch auch setzen oder legen, wie es am angenehmsten ist. Bleibt in dieser Umarmung für drei bis vier Minuten oder auch länger, wenn es Euch angenehm ist und spürt einfach nur in Euren Körper hinein.
So wird eine tiefe Verbindung hergestellt, die Vertrauen und Nähe schafft und innere sowie äußere Harmonie erzeugt. Das gilt auch in schwierigen oder angespannten Situationen.
Ein Paar, das diese bewusste Umarmung täglich praktiziert und dadurch seine Verbindung mit dem WIR verstärkt, fühlt sich auch bei Streit und Auseinandersetzungen verbunden und kann diese Verbindung halten. So wird es leichter, Probleme zu klären anstatt zu kämpfen. Es hilft auch, alte Verletzungen zu heilen.
Die Wirksamkeit dieser Methode hängt nicht davon ab, ob man daran glaubt oder nicht. Sie wird sich nur zeigen, wenn Ihr sie ausprobiert. Umarmt Euch jeden Tag ein paar Minuten bewusst stehend oder liegend ohne vordergründig sexuelle Absicht. Wenn daraus Sex entsteht ist das natürlich auch okay.
Beobachtet mindestens eine Woche lang, ob sich etwas in Eurer Beziehung verändert. Was fällt Dir auf?
Viel Freude wünsch ich und tiefe Erfahrungen beim Umarmen.
Beziehungsstrategie Nr.9: Gemeinsame Ziele und Rituale entwickeln
Auch wenn diese Podcast-Episode sehr lang geworden ist, muss ich auf diesen Punkt unbedingt noch zu sprechen kommen. Gemeinsame Ziele und Rituale sind für eine lebendige Beziehung so wichtig. Eine gemeinsame Vision stärkt die Verbundenheit genauso, wie Erfahrungen oder Interessen, die wir miteinander teilen können.
Frage Dich also: Was gibt es, dass wir im Hier und Jetzt für uns gemeinsam entdecken können? Vielleicht ist es ein Tanzkurs, vielleicht ein neues Hobby wie Klettern oder Tennis, oder was Euch sonst so interessiert. Sucht Euch irgendetwas, dass ihr beide mögt und dass ihr regelmäßig zusammen machen oder entdecken könnt.
Und das gilt auch für gemeinsame Ziele. Welchen Traum habt ihr oder welchen könnt ihr gemeinsam entwickeln, dem ihr zusammen entgegen gehen wollt?
Eine Reise um die Welt? Why not? Im Ausland leben vielleicht, oder einfach nur eine Familie gründen? Gemeinsame Ziele verbinden und es macht außerdem Spaß, sich zusammen in die Zukunft hineinzuentwerfen. Du wirst sehen!
Wichtige Fragen und Hinweise
- Funktionieren diese Strategien der Annäherung immer? Nein, natürlich nicht. Wenn die Beziehung zwar noch als Hülle existiert, aber innerlich hat sich der Partner oder die Partnerin schon verabschiedet, dann wird es wahrscheinlich nicht funktionieren, die Gemeinsamkeiten zu verstärken, denn da ist ja nichts mehr, was man stärken könnte. Aber ein Versuch ist es wert.
- Warum soll denn immer ich etwas ändern? Sollst Du nicht, aber vielleicht willst Du ja den ersten Schritt machen? Wenn jeder wartet, bis der andere ein Friedenssignal sendet, wohin soll das führen? Eben! Nirgendwohin. Frage Dich also: was bin ich aktiv bereit zu tun, um die Beziehung zu verbessern? Wenn es keine Resonanz gibt, kannst Du immer noch Deine Schlussfolgerungen ziehen.
- Was, wenn mein Partner nicht mitzieht, obwohl ich über meinen Schatten springe? Das ist hart. Aber wenn Du wirklich von Deiner Seite aus sicher sein kannst, dass Du Dich bemüht hast ihr oder ihm entgegenzugehen, um eine Annäherung möglich zu machen, und da kommt dauerhaft nichts, dann solltest Du Dir überlegen, was Du mit dieser Botschaft anfangen möchtest und ob diese Beziehung den Namen überhaupt noch verdient hat.
LINKS
- Artikel/Podcast „Über das Verhältnis von Kritik und Wertschätzung in Paarbeziehungen“
- Artikel/Podcast „Die fünf Sprachen der Liebe“
- Artikel/Podcast „Beziehungskrisen und destruktive Streitmuster in Partnerschaften beenden, drei wirksame Strategien“
HÖRERFRAGEN IM PODCAST
„Sprechstunde“: Stelle mir ganz anonym Deine Frage in der „Leben-Lieben-Lassen“-Sprechstunde und werde Teil der Show.
- Möglichkeiten, nachzudenkenNovember 7, 2024 by Jacky89! from Germany
Vielen, vielen Dank für die warme Stimme, die einen während des Hörens einhüllt. Die Inhalte sind tiefgründig und sprechen so viele verschiedene und wichtige Bereiche des Lebens an. Das zweiteilige Gespräch mit Dami Charf über Beziehungen und Trauma ist wunderbar gestaltet und bei genauem Zuhören einfach mit viel Wissen von Dami Charf gefüllt und ist letztlich packend. Chapeau für die ganze emotionale Vielfalt!
- Geführte Meditationen: Meine geführte Mediationen findest Du zum Download in meinem Audioshop.
- Mit mir arbeiten: Wenn Du gerne in einem persönlichen Coaching an diesem oder einem anderen Thema arbeiten möchtest, vereinbare hier Dein persönliches Kennenlerngespräch.
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